Ulrich Meyer, Gitarre

Das Gitarrengriffbrett

Das Griffbrett der Gitarre


Blau und eckig umrandet ist jeweils der Ton der nächst höheren Saite, z. B. auf der tiefen E-Saite im 5. Bund liegt das A, das genauso hoch ist wie die leere A-Saite.
Rot umkreist ist die Oktave der nächst tieferen Saiten, also auf der A-Saite im 7. Bund ist ein e, das eine Oktave höher ist als die leere tiefe E-Saite.
Grün eckig abgerundet sind die Töne im zwölften Bund umrahmt: hier ist auf jeder Saite ihre eigene Oktave.

Diese Darstellung ist wegen der eingezeichneten Halbtonschritte vielleicht etwas unübersichtlich, also das Ganze noch mal, nur mit den Stammtönen:

Das Griffbrett der Gitarre, nur Stammtöne

Wie kommt man darauf, welche Töne in den höheren Lagen liegen? Hier ist ein Versuch eines Ansatzes:
In der Grafik unten habe ich auf der h-Saite einen roten Rahmen um die Töne h, c, d, e gemacht. Wenn jemand schon Stücke in der zweiten Lage gespielt hat, weiß er, wo sich diese Töne auf der h-Saite befinden.
Dann gibt es auf der e-Saite einen dünnen Rahmen um e, f, g, a, die sich dort bis zum fünften Bund finden.
Diese Töne habe ich mit dem dicken blauen Rahmen auf der h-Saite an die rot umrandeten Töne in den unteren Lagen angehängt. Sie folgen auf der h-Saite genauso auf einander wie auf der e-Saite.

Töne in der Lage ergänzen

Noch ein Bild: unten sieht man auf jeder Saite die Töne e, f, g, a blau umrandet. Die Tonhöhe ist unterschiedlich, die Lage natürlich auch, aber wo immer man diese Tonfolge auf einer Saite beginnt, sieht sie so aus (auf der g-Saite fehlt das a im vierzehnten Bund in der Darstellung).
Übungen zur Griffbrettkenntnis finden sich auf den folgenden Seiten...

Das Griffbrett der Gitarre, nur Stammtöne

Das Gitarrengriffbrett in Bass- und Altschlüssel










Links die ersten fünf Bünde des Gitarrengriffbrettes im Bassschlüssel. Wie man sieht, könnte die Gitarre auch bequem in diesem Schlüssel notiert werden, siehe auch hier:











Rechts die ersten fünf Bünde im Alt- oder Bratschenschlüssel, falls jemand Noten für Viola auf der Gitarre spielen und nachschauen möchte.


Grifftabelle für Gitarre Home Gitarre Stichworte oben

Eine kleine Grifftabelle für den Hausgebrauch mit den wichtigsten Standardgriffen und einigen Barrégriffen in englischer Schreibweise (B heißt H, Bb ist das deutsche B, Fis wird F# geschrieben, Bm bedeutet H-Moll.).

Diese Tabelle ist keineswegs vollständig - nicht mal alle Durakkorde sind enthalten - und deshalb steht hier ein Kommentar.

Wie man die richtigen Akkorde zum Begleiten findet (wenn man nicht seinen Lehrer oder die Suchmaschine fragen will) habe ich für Dur und Moll an den verlinkten Stellen zu beschreiben versucht.

 

Grifftabelle

Kommentar: Griffe, die in dieser Tabelle nicht enthalten sind. Home Gitarre Stichworte oben

1. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, einen C-Dur-Akkord auf der Gitarre zu spielen. Mit und ohne Barré, mit 3, 4, 5 oder sechs Tönen, auf benachbarten oder mit ausgelassenen Saiten - je kreativer man ist, desto mehr Variationen findet man. Also ist es kein Wunder, dass es Buchtitel wie "700 Griffe für die Schlaggitarre" gibt.

2. Einen Anlauf, eine größere Grifftabelle anzufertigen habe ich gerade unterbrochen, um lieber diesen Text zu schreiben. Es gibt sicher genug Quellen im WEB oder in Buchform.

3. Vor allem, wenn man außer den gängigsten Akkorden auch noch Dinge wie C79, C7b9, C7#9, C7#9b5 und so weiter aufführen will, startet man eine Fleißarbeit, die... die geneigten Leser nur davon abhält, selber zu denken .

4. Die beiden ersten Akkorde meiner "Tabelle für den Hausgebrauch" sind Barrégriffe, und die angenehme Eigenschaft von Barrégriffen ist, dass man sie verschieben kann. Man nehme Griff 1, B-Dur (englisch "Bb"), der ja den A-Dur-Griff als Grundlage hat, und verschiebe ihn um einen Bund nach oben, dann hat man H-Dur. Im dritten Bund wird er zu C-Dur, im vierten zu Cis und so weiter.

Barrégriffe auf Basis des A-Dur-Griffes

 
Wenn man A-Dur als Barrégriff verschiebt, erhält man Durakkorde auf allen Tönen. Natürlich kann Bb auch A# heißen, C# auch Db, Eb ist D#, F# ist die enharmonische Verwechslung von Gb und Ab kann auch G# genannt werden.

Ebenso kann man mit dem F-Dur-Griff verfahren, der auf dem E-Dur-Griff basiert. Dies habe ich auf der Seite über Barrégriffe genauer zu erklären versucht. Meine Meinung ist also: lieber hier keine Tabelle aller Griffe zu verlinken - das obige Beispiel mit dem B-Dur-Griff muss genügen. Man kann der Sache mit zwei Fragen auf die Spur kommen:
a) Was bekomme ich eigentlich, wenn ich diesen Griff in den 6. Bund verschiebe?
b) Wo finde ich eigentlich Es-Dur auf Grundlage des A-Dur-Griffes?

Natürlich ist die eine Frage die Antwort auf die andere. Genauer nachzulesen auf der Barré-Seite.

Septnonakkorde

5. Für die Moll-Barrégriffe gilt sinngemäß das Gleiche: sowohl den G-Moll als auch den H-Moll-Akkord als Beispiele für die auf E-Moll bzw. A-Moll basierenden Griffe kann man überall hin verschieben, die Barréversionen bei den Septakkorden (H7 und Fis7) ebenfalls. Und - große Überraschung: Die Griffe für Gis-Dur, Gis-Moll, Gis7 und Gism7 auf der Grundlage von E-Barré finden sich allesamt im vierten Bund! Nachdenken reicht!
Das schöne an der Gitarre ist ja, dass man überhaupt alles, was man ohne leere Saiten spielt, auf dem Griffbrett verschieben kann. Auch C79, C7b9 und C7#9 (Bild oben rechts) kann man zu C#79 usw. machen und auf alle chromatischen Töne verschieben. Und man kann den Griff, der auf den Saiten 2 bis 5 liegt, auch auf die Saiten 1 bis 4 umbauen (im Beispiel ganz rechts), um so noch mehr Möglichkeiten zu erhalten. Siehe Punkt 6...

6. Furchtbar ausgetobt habe ich mich auf der Seite über Griffstrukturen. Dort habe ich versucht möglichst viel zu schreiben zur Verwandtschaftzwischen Grifftypen, zur Ableitung von Akkordtypen, oder zu Intervalländerungen innerhalb von Griffen, also Fragen wie "Wie findet man eine Septime in einem Griff?", "Wie wird aus einem Dur- ein Mollakkord?" oder "Wie muss ich einen Griff, den ich auf der Saitengruppe 1-4 kenne umgestalten, damit er auf den Saiten 2-5 funktioniert?" Ich schätze, das ist alles sehr anstrengend zu lesen - soll aber im günstigen Fall dazu führen, dass man versteht, warum bestimmte Dinge so aussehen, wie sie aussehen.

7. Damit ist hier immer noch nicht erklärt, wie Abmaj7, G7b9 oder einfach D6 geht. Ideen dazu, wie man sich einen Akkord mit großer Septime baut, kann man auf der Seite über Griffstrukturen bei ausreichendem Wissen über Harmonielehre schon bekommen. Aber die sich automatisch anschließenden Fragen wie "Wann spielt man einen C79 mit Grundton, wann ohne?" oder "Impliziert C7#9 automatisch eine #5 (b13?)?" führen dann ganz schnell in Bereiche, wo klar wird: Entweder man nimmt wirklich soliden Unterricht in Jazzharmonielehre, oder man konsultiert ein dickes Buch oder das Web, wobei letzteres natürlich funktioniert wie immer: Bei "C7b9" stösst man sofort auf Akkorde, bei C79 findet man Tintenpatronen, optische Linsen, Rechtssprechung nach entsprechendem Paragraphen, Nierenbeckenmedizin, und dann den Akkord in einem Song von Cat Stevens... das Internet hat seine eigenen Gesetze...

 

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