Einstiegsalter << Seite
Gibt es ein ideales Anfangsalter oder ein Mindestalter für den Beginn? Zur Zeit lassen viele Eltern ihr Kind sehr früh ein Instrument ausprobieren. Das macht es für den Lehrer genau dann nicht einfach, wenn es zu früh ist. Dann gilt es aufzupassen, dass der erste Versuch nicht zum letzten wird. Es gibt einige Faktoren, über die sich nachzudenken lohnt, um die Frage "Jetzt, oder doch noch warten?" zu beleuchten. Je jünger ein Mensch ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Unterrichtsanfang sehr schwierig wird. Viele Eltern meinen, an musikalische Früherziehung müsse sich nahtlos der erste Instrumentalunterricht anschließen. Wem aber nützt das, wenn die Bewegungskoordination noch so wenig entwickelt ist, dass die Aufgabe schlicht überfordert? Fahrrad fahren ohne Stützräder geht auch erst, wenn es geht! Auf etwas warten, gerade auf etwas, das man wirklich will, ist derzeit leider nicht sehr populär.
Natürlich ist alles einfacher, wenn die Unterrichtsgruppen eher klein sind oder gar Einzelunterricht erteilt wird, dann kann der Lehrer auf alle Schwierigkeiten genau eingehen. Wenn aber die folgenden Bedingungen gut erfüllt sind, steht einem frühen erfolgreichen Lernen nichts im Wege...
- Die Gitarre steht nicht von alleine wie ein Klavier, man muss sie halten. Gutes Körpergefühl und die Fähigkeit, still zu sitzen sind extrem hilfreich. Pausen helfen gegen Zappeligkeit, aber wer mehrmals in der Unterrichtsstunde die Fußbank umkippt oder gar vom Stuhl rutscht, könnte vielleicht noch ein Jahr warten.
- Selbstverständlich ist eine gut entwickelte Feinmotorik wichtig. Auch wenn es sehr modern ist, seinen Kindern im frühesten Alter alle kulturellen und sportlichen Angebote zu unterbreiten, sollte man gerade wegen dieses Aspektes Vorsicht walten lassen: wer sich in der ersten Klasse nicht wirklich geschickt mit Stift oder Schere anstellt, bei Bastelarbeiten eher grobe Ergebnisse abliefert, schnuppert vielleicht ins Gitarrespielen hinein, um festzustellen, dass das viel zu schwierig ist (ganz im Vertrauen: so einfach ist es wirklich nicht...), und dann war's das. Möglicherweise schade, denn ein, zwei Jahre später das Ergebnis ein anderes gewesen wäre.
- Die Koordination der Hände miteinander und mit dem Gehirn ist ein weiterer Punkt: ich muss nicht nur auf der richtigen Saite greifen, sondern diese auch noch anschlagen, und wenn ich die Nachbarsaite erwische, muss das Gehirn dies bemerken und korrigieren. Natürlich werden durch das Tun die Vernetzungen in der Denkzentrale hergestellt, früher Instrumentalunterricht ist eine tolle Förderung der Intelligenz; man sollte aber im Kopf behalten: je früher man anfängt, desto mehr Probleme und Frustrationen kann es geben.
- Die Töne auf dem Gitarrengriffbrett sind nicht so übersichtlich angeordnet wie auf einem Tasteninstrument, und den Vorteil der einmal gelernten Grifftabelle wie bei Blasinstrumenten hat man auch nicht, weil man immer wieder andere Finger nimmt, um die Töne in unterschiedlichsten Kombinationen zu greifen. Hierfür sind gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Merkfähigkeit und überhaupt Intelligenz nicht schlecht. Wenn ein Kind Schachspielen begreift, also eine Vorstellung entwickeln kann, welche Felder der Springer bedroht, oder die Diagonalen der Läufer beachtet, sind diese Fähigkeiten auch im Einsatz. Der Gitarren - Lehrling muss die Verbindung zwischen Zeichen (Note) und Aktion (was muss ich greifen und anschlagen) und die korrekte Bezeichnung (Notenname) auswendig lernen.
- Noten sind eine grafische Benutzeroberfläche - je höher die Note im System, desto höher der Ton - die problemlos mit Vorschulkindern zu lernen ist. Bedingung: die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit unserer Zeichen - Bedeutung - Welt ist gegeben. Irgendwann sind Kinder fasziniert von der Tatsache, dass man mit kleinen schwarzen Krakeln auf Papier und Bildschirmen Informationen transportieren kann und wollen lesen und verstehen und mitmachen. Mit dem Schulbeginn lernen Kinder außerdem eine noch etwas andere Einordnung in Gruppen als im Kindergarten, trotz aller Relativierung des Frontalunterrichts: man hat einen Lerngegenstand, und den versuchen alle zu packen, und dafür ist man auch mal still und hört einem anderen zu - manchmal sogar dem Lehrer. Wenn dieses Verhalten eingeübt ist und das Interesse an unserer Schriftkultur geweckt, ist der Start mit einem Musikinstrument doch erleichtert.
- Mit dem Schuleinstieg wird eine weitere Kulturtechnik eingeführt, der zentrale Bedeutung beim Erlernen eines Musikinstrumentes zukommt: Hausaufgaben machen und üben. Üben, fleißig sein, etwas wiederholen, etwas wieder und wieder tun um sich darin zu verbessern - das sind Dinge, die in unseren Breiten gerade in Vergessenheit zu geraten drohen oder gar einen negatives Image haben. Es scheint selbstverständlich, das auch jüngere Kinder im Abendprogramm Actionfilme, Comedyshows und bis nach 23 Uhr "Wetten, dass" gucken, aber fünf Minuten täglich Gitarre üben? Muss das denn wirklich sein? Welchen Schlag "Schlag den Raab" dem Biorhythmus versetzt ist nebensächlich, aber - sonntags das Instrument anfassen? Undenkbar! Da muss man sich entspannen!
Ein gesundes Verhältnis zu regelmäßigen Übeprozessen geht in unserer Welt völlig verloren. Außerdem hat sich der unversöhnliche Gegensatz zwischen Freizeit und Arbeitswelt absolut fest in den Hirnen verankert. Freitags nach Schulschluss ist Schicht, danach werden bis Montag früh bestenfalls Hausaufgaben gemacht, nichts Sinnvolles zu tun ist Pflicht. Die sich in den Nachmittag ausdehnende Schule tut ein übriges: hohe Leistungen im Sport oder mit einem Musikinstrument sind nur noch bei Halbverrückten zu beobachten, erfolgreiche Teilnehmer bei "Jugend musiziert" sind Aliens. Wie habe ich nur meine Schulzeit zugebracht? Mit Samstagunterricht, mittags gegen 14.00h zu Hause, Nachmittage und Abende voller Zeit, Verachtung für die bürgerliche Tätigkeit des Glotzens im Familienverbund, Carcassi auf dem Notenständer, die E-Gitarre am Röhrenradio angeschlossen, Keith Emerson und Jimi Hendrix als Vorbilder - da kann ja nichts aus einem werden! Üben war immer Entspannung, mit Ehrgeiz im Hintergrund, und freies Daddeln zur Entwicklung der Kreativität konnte einen breiten Raum einnehmen.
Das lateinische Verb "studere" bedeutet "fleißig sein, sich bemühen um". Das ist doch eigentlich hübsch!
Unter den fleißigsten Jugendlichen, die ich beim Gitarrenunterricht beobachten konnte waren... die Jungs mit ihren Skateboards auf dem Schulhof! Die üben!
- Nicht wirklich altersabhängig, aber doch ein Thema, das einem spontan zu Schulkindern einfällt und auch ein Faktor beim frühen Instrumentalunterricht sein kann: Erziehung, angemessenes Benehmen. Eine gewisse Artigkeit, Respekt vor anderen, vielleicht sogar Lehrern und auch Sachen gegenüber (Behandlung des Instrumentes) zu nennen mag bieder erscheinen; wenn man die Sache anders herum beschreibt, wird es vielleicht verständlicher: wenn der Lehrer sich nicht anders zu helfen weiß, als ein Kind zum Beruhigen vor die Tür zu schicken oder gar bei den Betreuungskräften der verlässlichen Grundschule abzugeben, um den Fortgang des Unterrichts und Konzentration für die anderen Gruppenmitglieder möglich zu machen oder sich überhaupt unterrichtend mit anderen Kindern beschäftigen zu können, dann muss irgendwo etwas schief gelaufen sein. Bei aller fröhlichen Diskussion über Schule, Lehrer, den Segen des Ganztagsunterrichtes und so weiter: der Mörtel für den schiefen Pisaturm wird in den Familien angerührt. Wer erwartet, dass die Grundlagen für freundliches zwischenmenschliches Verhalten von Menschen gelegt werden können, die eigentlich damit befasst sind, Mathematik oder Grammatik zu lehren, hat vielleicht nicht bedacht, dass die Betonung auf "Grundlagen" liegt.
- Dass die eigene Motivation, Gitarre spielen zu lernen ein absolut entscheidender Faktor ist, und nicht das Denken der Eltern "Das würde meinem Kind bestimmt gut tun" oder "Früher hätte ich das selber gerne gelernt, aber das ging nicht - jetzt soll mein Kind die Chance bekommen" sollte völlig klar sein.
- Das Interesse der Eltern am Lernprozess des Kindes ist aber um so wichtiger, je jünger die Kinder sind. Nein, die Eltern müssen nicht Gitarre spielen oder Noten lesen können oder lernen. Andererseits stehen in der Gitarrenschule Grafiken, die erklären "wenn du diese Note siehst, musst du die Saite in dem Bund herunterdrücken". Solche Grafiken zu verstehen ist für Erwachsene Alltag. Die Aufbauanleitung der Ikea - Kommode funktioniert ganz ähnlich, und wenn der Vater mit dem Sohne über dem Lego - Technik - Raumgleiter brütet, macht er nichts anderes, als Grafiken in Handlungen umsetzen.
Vor allem können Eltern ihrem Nachwuchs vermitteln: wenn du etwas nicht weißt, kannst du dort im Buch nachschauen, da ist es erklärt. Die Kulturtechnik "Verwendung eines Lexikons", in der Grundschule mit dem "Schülerduden" eingeführt, unser ganzes Leben in Form von Vokabellisten, Gebrauchsanweisungen, Landkarten durchziehend - bei ihrer Vermittlung der Sicherheit "Wenn du etwas nicht weißt, gibt es immer eine Stelle, wo man Informationen finden kann" können Eltern entscheidend mithelfen. Und dazu, zum Geben von Sicherheit und zum freundlichen Begleiten haben Kinder schließlich Eltern.
- Alle genannten Dinge, Koordination, Feinmotorik, Intelligenz, Lesewillen, Gruppenfähigkeit, Fleiß und angemessenes Verhalten greifen in einander und überschneiden sich. Alle beeinflussen sich gegenseitig, und können relativiert werden durch einen weiteren zentralen Faktor: Willen.
Wer etwas wirklich will, schafft auch etwas. Das Herunterdrücken der Saiten fällt kleinen Kindern anfangs doch ganz schön schwer - Kinder mit Biss machen das spielend. Willen, Hartnäckigkeit, sich etwas beweisen wollen, ehrgeizig sein, das sind Tugenden, die einen voran bringen, die Zappeligkeit ausgleichen können, die einen frühen Unterrichtsbeginn erfolgreich machen können. Bitte nicht verwechseln mit Wünschen und Hoffen der Eltern - das muss aus den Kindern selbst kommen.
- Absichtlich nicht erwähnt habe ich bisher die Musikalität, weil ich diesen Abschnitt so schreiben wollte, dass er auch Gültigkeit für andere Bereiche haben könnte. Wer etwas lernen möchte, das nützlich ist, oder vielleicht zum Menschsein dazugehört (Nein, nicht jeder muss ein Instrument spielen können!) ohne dass es produktiv ist oder vermarktet werden kann, braucht gewisse Grundbedingungen. Für Musiker hilft natürlich Musikalität...
Post Skriptum: Ja, Mädchen und Jungen sind unterschiedlich. Da Jungen, auch kleine, enorm damit befasst sind, "richtige Kerle" zu sein und zu werden und deshalb frech sein müssen, keinesfalls als Streber gelten dürfen und in diesem "Lernfeld" einem starken Gruppendruck unterliegen, verpassen sie oft sehr viel oder lernen Dinge unbemerkt und trotz allem. Ausgleichend dazu machen Jungs in der Pubertät häufig einen gewaltigen Sprung. Plötzlich wird Können in einem Bereich als Identifikationsmöglichkeit entdeckt, oder die Gitarre wird zum Ventil für Frustrationen aller Art, und die Jungs machen Fortschritte, die vor ein paar Jahren undenkbar schienen, während die Mädchen, eher brav und angepasst, kontinuierlich weiter arbeiten, aber die Aufgaben mit weniger (positiver) Aggressivität angehen.
Allerdings müssen wir alle uns wohl ehrlicherweise eingestehen, dass Computer- und Konsolenspiele teilweise diese "Ventilrolle" übernommen haben.
Altersunterschiede in Gruppen müssen nicht, können aber ein Problem sein. Natürlich können jüngere Kinder mit schneller Auffassungsgabe mit älteren mithalten, und wenn man es schafft, in einer Unterrichtsgruppe ein tolerantes Klima herzustellen kann alles wunderbar funktionieren. Problematische Sprünge liegen zwischen Kindergarten- und Lesealter oder dritter / vierter Klasse und Jahrgang 5 und 6. Je mehr die Kinder mit der Sache Musik befasst sind, desto besser.
Geschwister in einer Gruppe zu unterrichten ist mir persönlich noch nie mit großem Erfolg gelungen. Obwohl ich selber ein Sandwich - Kind und Vater zweier Kinder bin, Geschwisterrivalität also aus vielen Perspektiven kenne, kann ich es schlicht nicht empfehlen, und würde immer dazu raten, die Kinder verschiedene Instrumente probieren zu lassen oder in unterschiedlichen Gruppen unterzubringen. Wenn die ältere Schwester auch im Gitarrenunterricht schneller voran kommt, hat das jüngere Kind "den selben alten Blues", der den Alltag zu Hause prägt. Wenn das jüngere Kind das ältere überholt ist die Lage noch ernster. Wenn Zwillinge sich gut verstehen scheint es aber funktionieren zu können.
Kann man auch zu spät mit dem Lernen eines Instrumentes beginnen? Nein. Ältere Kinder und Jugendliche haben bei der Gitarre weniger Probleme mit der nötigen Kraft, dem Verstehen der Zusammenhänge zwischen Noten und Griffbrett, sind vielleicht selbst wirklich motiviert und haben klare Ziele. Ältere Menschen, die ihre Finger nie zu so merkwürdigen Dingen wie Gitarrespielen eingesetzt haben, werden über die Schwierigkeiten bei den vertrackten Bewegungen staunen, beobachten, dass es für das Gehirn gar nicht so einfach ist, dem Ringfinger einen präzisen Befehl zu geben, während die anderen Finger brav stehen bleiben, aber - man tut ja schließlich etwas für sich und muss niemandem sonst etwas beweisen! Solange man weiß, was das Ziel ist, kann man die Frage "zu spät?" nur mit "nein" beantworten.
Welches Instrument? Home Gitarre Stichworte oben
Viele Kinder beginnen heutzutage irgendwann mit dem Erlernen eines Instrumentes. Das ist toll! Musikalisch begabte Menschen entdecken so etwas Sinnvolles für sich, was sie ihr Leben lang begleiten kann, und denen, die Musik nicht zu einem dauerhaften Hobby machen schadet ein Versuch sicher nicht.
Die Frage ist nur: womit fängt man an? Sollten die Eltern bei der Wahl Einfluss nehmen? Wie findet man das richtige Instrument?
Ohne Zweifel sehr schwierige Fragen, es sei denn, die Sache ist klar. Wenn ein Mensch plötzlich das Bedürfnis empfindet, sich mit Musik auszudrücken, und spontan weiß, welches Instrument er dafür gerne nutzen möchte ist ja alles gut. Wenn ein Kind weiß, dass es Cello spielen will, weil es den Ton, die Ausstrahlung, die Gestik und die Musik, die damit verknüpft sind mag, ist die Richtung ja erstmal gegeben.
Aber oft gibt es anfangs eine Suche, die dadurch mitbestimmt wird, dass andere Menschen (Eltern) sich einmischen, der Wunsch vielleicht noch gar nicht so ausgeprägt war, dass ein wirkliches "Ich will das!" schon stand, und man vielleicht auch gar nicht so weiß, was es alles gibt, wie es funktioniert, und wie es zur eigenen Persönlichkeit passt. Also muss man überlegen.
Gut ist sicher, wenn schon früh Erfahrungen mit Musik gemacht werden. Das Singen von Liedern in Kindergarten und Grundschule und Elternhaus (!) baut ein Repertoire von Musik auf, das ein Kind kennt, das sein Eigen ist. Das ist ein wichtiger Schatz! In biografischen Notizen zu bewunderten Stars steht oft "Sang schon mit vier jeden Sonntag Gospels in der Kirche um die Ecke" oder so ähnlich, und das heißt übersetzt so viel wie: hat schon als Kind im Vorbeigehen einen Gesangsstil, viele Lieder und überhaupt Freude am selber Singen gelernt wie andere die Muttersprache...
Gibt es "kindgerechte" Instrumente, also solche, die kleinen Kindern quasi entgegen kommen? Wenn ja, dann müssten die Kriterien einfache Handhabung und Haltung sein. Dann sind doch die ersten Kandidaten Tasteninstrumente und Schlagzeug, oder?
Klaviere stehen von alleine, und wenn man die richtige Taste trifft, macht die Mechanik (oder Elektronik) freundlicherweise den Rest. Die Intonation hängt von der Klavierstimmung ab, nicht vom sauberen Greifen, die Töne knatschen und quietschen nicht, wie bei Gitarren oder Klarinetten - man muss das gute Stück nicht mal in den Koffer packen und wegräumen...
Beim Schlagzeug muss man ja nur die Stöcker packen - halt! Garantiert nicht! Wie fest oder locker, wie balanciert oder ungleichgewichtig man einen Schlagzeugstock anfasst, entscheidet mit Sicherheit über den Verlauf der Karriere! Wie man aufbaut, wie hoch man sitzt... beim Schlagzeug würde ich nie anfangen, ohne einen wirklich ausgewiesenen Könner zu fragen!
Aber die Fragestellung war ja die nach für Kindern geeigneten Instrumenten. Rechnen wir doch mal Schlagzeug dazu, denn das Ding steht - einmal richtig aufgebaut - auch von allein, und das Treffen der Felle und Becken ist doch oberflächlich betrachtet sicher einfacher als der saubere Geigenton...
Andererseits ist an den Drums die schwierige Koordination, mit allen Händen und Füßen unterschiedliche Dinge tun zu müssen, eine Sache, die langen Atem erfordert.
Nach dem Ausschlussverfahren werden sofort alle Saiteninstrumente wegsortiert: sie sind schwierig zu halten, der Gebrauch eines Bogens erfordert zusätzliche Koordination. Viele Blasinstrumente brauchen Kraft bei der Tonerzeugung, für die Haltung, lange Arme (Zugposaune) oder viele feste Zähne.
Eine längere Diskussion braucht die gute alte Blockflöte: Klein, leicht, mit so einfacher Mechanik (null), dass sie keine Fehler verzeiht! Wenn man kleine Kinder beim ersten Versuch, etwas Sinnvolles mit einer Blockflöte zu tun beobachtet, sieht man riesige Unterschiede!
Die Grifflöcher müssen ertastet und dann mit der Fingerbeere sanft aber bestimmt geschlossen werden. Dazu müssen die Finger die Löcher treffen, d.h. sie müssen einen bestimmten Abstand zu einander haben. Manches vierjährige Kind weiß besser als Erstklässler, welches die rechte Hand ist, oder welcher Finger "Ringfinger" heißt. Kinder, die nie viel gemalt, gebastelt oder geknetet haben sind oft erschreckend verkrampft beim Festhalten der Flöte, die man ja mit denselben Fingern hält, die man beim Spielen dann ständig wieder von der Flöte lösen muss...
Das Anblasen bietet die nächste Überraschung: Es ist nicht so einfach, die Sensibilität für die richtige Luftmenge für einen schönen Ton zu erwerben, und auch bei der Interpretation des Begriffes "Mundstück" gibt es riesige Unterschied, kurz: wer behauptet, die Blockflöte sei ein ideales "Anfängerinstrument", hat entweder noch nie über Blockflöten oder über Kinder nachgedacht!
Natürlich beruht der Ruf dieses schönen Instrumentes, besonders geeignet für die Einführung in die Musik zu sein, auch auf der Erfindung der deutschen Griffweise. Ein wunderbarer Abstecher in die pädagogisierende Literatur, der alle wirklich begabten Kinder zu späterem Umlernen zwingt - garantiert.
Die Tatsache, dass ganze Schulklassen zum Benutzen der Blockflöte angehalten werden (wobei möglicherweise nicht alle Beteiligten gleich motiviert sind), soll aber auf keinen Fall heißen, dass die Blockflöte kein wunderbares Instrument ist, mit dem sich sehr wohl ein Einstieg in die Welt der Musik finden läßt. Nur banalisieren sollte man sie nicht!
Zu den "populären Instrumenten" gehören neben der Blockflöte (schon erledigt) Gitarre, Akkordeon und Keyboard. E-Gitarre steht auf der Wunschliste ganz vorne, regional werden in Deutschland auch Mandoline oder Zither unterrichtet.
Hier scheint Keyboard wieder benutzerfreundlich, weil es alleine steht. Was ich von der Einfachheit der Gitarre halte, kann man auf dieser Seite nachlesen, etwa unter Haltung, einem Abschnitt über das Denken oder über das Greifen.
Mandoline scheint ähnliche Probleme zu stellen, und ein Akkordeon zu bedienen sieht nicht wirklich leicht aus. Beide Hände müssen unterschiedliche Tasten tasten, während man mit den Armen "atmet", also den Balg bedient. Die größeren Exemplare sind auch noch schwer.
Diese "populären" Instrumente werden zum Objekt der Begierde, weil es cool zu sein scheint, sie zu spielen, einfach aussieht, oder weil die Eltern in die Richtung drängen. Leider sieht E-Gitarre nur einfach aus, in Wirklichkeit muss man arbeiten, um zu glänzen. Die Wahrheit ist einfach, dass alle Instrumente schwierig zu spielen sind, wenn man ein gewisses Niveau erreichen will.
Den genannten Instrumenten ist gemeinsam, dass es relativ egal scheint, mit welcher Technik und Haltung man sie spielt. Was kann man bei Schifferklavier oder Gitarre schon groß falsch machen?! Unglücklicherweise stimmt diese Annahme nicht: nicht nur Mangel an Fleiß, auch falsche Bewegungsabläufe können allen Fortschritten den Garaus machen.
Weiterhin hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass man diese Instrumente auch bei jemandem lernen kann, der selber nur über geringe Qualifikation verfügt. Kann man natürlich. Wie weit man dann kommt, und wie groß die Umwege werden zeigt sich dann im Laufe der Entwicklung.
Wie viele Instrumental - Karrieren fangen damit an, dass Eltern ihrem Nachwuchs eine Chance geben möchten, die sie selber gerne gehabt hätten! Aber Vorsicht: will das Kind überhaupt musizieren? Und - ja, das alte Klavier, die alte Gitarre ist noch da, aber das Kind möchte Geige spielen. "Nun fang doch erst mal mit Klavier an, und wenn das gut klappt, kannst du ja wechseln...".
Der große Bruder hat schon Gitarre gespielt, also fängt die kleine Schwester auch erstmal mit Gitarre an. Wie frustrierend kann das enden! Kinder sind unterschiedlich begabt, und die kleineren bleiben lange kleiner, und es dauert eine ganze Weile, bis sich abzeichnet "Die Lütte macht das ja echt besser!" Bis dahin ist der Frust vielleicht schon so groß, dass der Unterricht abgebrochen wird.
Was kann man Sinnvolles tun? Zunächst natürlich den Wünschen des Kindes nachgehen. Allzu extravagante Träume darf man vielleicht doch erstmal einer genaueren Überprüfung durch eine weniger aufwändige Variante unterziehen: ich hätte meinen Kindern sicher nicht sofort eine Konzertharfe gekauft... Aber grundsätzlich kann man doch
- Instrumente bei Bekannten oder auf Musikschulveranstaltungen wie einem Tag der offenen Tür ausprobieren
- Vorspiele und Konzerte mit dem Wunschinstrument besuchen
- Im Unterricht bei ähnlich alten Kindern hospitieren
- Erfahrenen Instrumentallehrern ein Loch in den Bauch fragen
- Die Sache versuchsweise in Angriff nehmen
Probeunterricht oder Schnupperkurs sind schöne Möglichkeiten, einen "Kurztest" zu durchlaufen - ob die erhoffte große Liebe zum Baritonsaxophon wirklich hält, zeigt sich eher erst nach längerer Frist. Eine halbjährige Kündigungsfrist sollte einen nicht abschrecken, wenn man der Un-Kultur des "Alles eben mal ausprobieren und dann wieder fallenlassen" etwas entgegen setzen möchte.
Manche Instrumente haben eine sehr anziehende Aura, teilweise bei bestimmten Altersgruppen, auf andere trifft das Gegenteil zu. Die silberne, mit vielen Klappen ausgestattete Hi-Tech-Querflöte scheint vielen Grundschulkindern viel attraktiver als die olle Blockflöte, die mit angekautem Mundstück bei der Freundin in der Ecke herumliegt. Das eine Instrument kennt man halt, jeder spielt es, das andere ist teuer, glänzt, und klingt doch viel toller! Wenn man dann im Ernst anfängt, merkt man erst, wie schwierig die Tonproduktion bei der Querflöte ist. Und wer bekommt schon als Anfänger die Gelegenheit, mal eine wirklich gute (und teure) handgemachte Blockflöte zu probieren oder zumindest zu hören? Ähnliches gilt für die Gitarre: Instrumente minderer Qualität sind die Regel, besonders bei kleinen Gitarren, und das kann sehr wohl einen großen Unterschied machen!
Eine letzte Überlegung: Wir sind von Musik umgeben - von Musik aus der Dose. Manche Instrumente sind Kindern wahrscheinlich so bekannt, wie Großstadtkindern die Originalfarbe von Kühen. Ich will gar nicht Laute oder Gambe bemühen... Oboe oder Fagott sind zum Beispiel Orchesterinstrumente, die absolut gebraucht werden, aber kaum jemand lernt. Und - wenn man irgendwann gut spielt, ist auch ein wichtiges Kriterium, ob man gebraucht wird.
Also sollten Eltern, die ihr Kind bei dieser Suche unterstützen möchten, unbedingt versuchen, Instrumente live erlebbar zu machen, und auch die weniger bekannten Instrumente aufspüren helfen.
Die Einsatzmöglichkeiten eines Instrumentes sollten bei der Suche nach dem richtigen unbedingt mit einbezogen werden! Mit einer Geige kann man neben Klassik auch Jazz machen, man kann barocke Kammermusik spielen, Streichquartett, Folk, Orchestermusik, einfach alles. Wenn sich jemand für Oboe interessiert, sollte man ihm vielleicht an "Twist in my sobriety" oder an der Band "Oregon" mit dem Oboisten Paul McCandless zeigen, dass man mit ihr nicht nur Klassik spielen kann.
Aber das erste Kriterium bleibt: man muss sich verlieben und die Liebe muss einen gewissen "Dauertest" bestehen!
Lehrersuche Home Gitarre Stichworte oben
Der erste Kontakt mit Instrumentalunterricht kann ziemlich prägend sein. Deshalb wäre es nicht schlecht, wenn man sich etwas umhört, bevor man sich oder sein Kind bei einem Lehrer anmeldet. Wenn die erste Wahl ein richtiger Fehlgriff war, kann das das Ende der Geschichte gewesen sein. Manchmal hat man keinen zweiten Versuch!
Gute und schlechte Lehrer gibt es überall, und auch mit einem guten Lehrer kann man sich so missverstehen, dass es einfach nicht klappt.
Man kann nicht pauschal sagen, dass alle Kollegen an öffentlich geförderten Musikschulen besonders motiviert sind, weil sie ordentlich bezahlt werden. Und bestimmt gibt es auch schlecht bezahlte Honorarkräfte oder Lehrer an privaten Musikschulen, die ihre Arbeit mit Elan machen und etwas erreichen wollen - schließlich kommt man so zu einem Ruf und hoffentlich zu einer besseren Position.
Als Lehrkraft einer Kreismusikschule arbeite ich aber doch in einer angenehmen Athmosphäre: ich habe Fachkollegen und solche, die andere Instrumente unterrichten - das gibt Anregungen und Möglichkeiten der Kooperation. Es gibt viele Veranstaltungen wie Vorspiele, Wettbewerb und Musikschulfest - das ist ein Anreiz, auf Ziele hinzuarbeiten. Wir haben freundliche Mitarbeiterinnen im Büro, die die Organsisation sehr erleichtern, und ein Chef sorgt für Struktur und die Verbindung nach außen - insgesamt ein Rahmen, der motiviertes Arbeiten doch sehr fördert!
Was könnte einen guten Instrumentallehrer auszeichnen, worauf kann man achten, wenn man sich umhört oder im Unterricht zuschaut?
Wichtig ist sicher, dass er seinen Beruf gerne ausübt. Der verkannte Künstler, der eigentlich nur aus der Not, irgendwie seinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen unterrichtet ist ein Klischee, aber natürlich gibt es das in der Wirklichkeit. Außerdem mag nicht jeder gleich gerne mit sehr jungen Kindern arbeiten oder liebt das Unterrichten größerer Gruppen.
Ob man sich eher einen jüngeren Lehrer für sein Kind wünscht ist Geschmackssache: Junge Lehrkräfte kommen frisch von der Hochschule, kennen gerade die neuesten Materialien - dafür verfügen sie noch nicht über so viel Erfahrung. Temperament braucht man für den Beruf des Musikers allemal, und das ist keine Altersfrage.
Hoppla - hat der gute Mensch, bei dem ich mein Kind zum Gitarrenunterricht anmelden möchte überhaupt studiert?
Ja - sollte er das denn haben?
In der Tagespresse finden sich immer wieder begeisterte Artikel über Menschen mit viel Eigeninitiative, die sich in unterschiedlichsten Berufen selbständig machen. Solche Artikel kommen immer gut an, denn die Zeitung muss ja auch mal positive Nachrichten bringen! Und so sind seit der Erfindung des Begriffes "Ich-AG" immer wieder Berichte zu lesen über Menschen, die Musikunterricht geben, gar gemeinsam eine Musikschule eröffnen, die von ihrer Ausbildung her eigentlich etwas völlig anderes sind. Ich denke, ich muss nicht ernsthaft darlegen, dass ich solche Artikel mit gemischten Gefühlen lese, schließlich habe ich einiges an Fleiß und Ausdauer investiert, Prüfungsangst niedergekämpft und mächtig Spaß gehabt im Studium - und Musiker hören ja nicht auf, an sich zu arbeiten!
Zum Glück liest man selten, dass Musikschullehrer ohne entsprechende Ausbildung Autowerkstätten eröffnen und Bremsen warten, Schornsteine und Heizungsanlagen überprüfen oder Flugzeuge in Schuss halten!
Aber im Ernst: bei aller teils berechtigten Kritik an Lehrern im allgemeinen - ein wenig Ahnung sollte man vielleicht doch haben, bevor man pädagogisch tätig wird?
Es ist aber so, dass man keine weitere Qualifikation braucht um eine Musikschule zu eröffnen. Für eine Bäckerei: ja, Baustatiker: doch, ich glaube - Musikpädagoge: nein. Jeder darf.
Also hat man hier auf der Suche ein erstes Kriterium: Fragen nach der Qualifikation. In jeder Fleischerei hängt der Meisterbrief hinter der Theke an der Wand - bei Musikunterricht wird die Antwort "Das habe ich mir selbst beigebracht" augenscheinlich akzeptiert.
Natürlich kann ein studierter Musiker ein völlig verkorkster Typ sein! Setzt das das Kriterium außer Kraft? Nein, man muss halt genauer nachfragen. Hören wir uns nicht alle erstmal um - "Kennst du einen ordentlichen Laden, der Computer auch repariert?" Suchen wir nicht diverse Autohäuser auf, bevor wir uns zu einem Kauf durchringen?
Wenn man mit seinem Kind am normalen Leben teilnimmt, der Nachwuchs in der Krabbelgruppe im Gemeindehaus war, dann den Kindergarten besucht hat, man an den Elternabenden in der Grundschule teilnimmt kennt man doch viele Leute in der gleichen Situation, von denen einige schon Erfahrungen gesammelt haben. Also ist es doch eher einfach, Informationen zu bekommen.
"Nachfragen" ist die Devise! Kritisch überdenken sollte dabei sein!
- Die Musikschule liegt zentral und ist die günstigste am Ort? Oder findet der Unterricht in einem Schulgebäude statt, die Zentrale ist in der Kreisstadt, und am teuersten sind die auch noch?
- Es gibt einen Besitzer, der Geld mit dem Betrieb verdient oder es gibt einen Musikschulleiter, der der Verwaltung vorsteht?
- Seit wann gibt es die Schule?
- Gibt es Gruppenunterricht? Sind die Gruppen durchlässig? Werden begabte Schüler in den Einzelunterricht komplementiert, empfehlen die Lehrer in besonderen Fällen auch schon mal den Wechsel zu Professor X von der Hochschule in der benachbarten Großstadt?
- Wie ist es mit der Fluktuation der Schüler und der Lehrer? Gibt es Schüler, die bis zum Abi bleiben und eventuell bei "Jugend musiziert" teilnehmen, gibt es Lehrer, die lange bleiben, weil das Arbeitsverhältnis ok ist?
- Treten die Lehrer selber auch mal auf, gibt es Schülervorspiele?
Das sind Aspekte, nach denen man Bekannte fragen kann. Nach der Ausbildung des Lehrers in spe kann man ihn selber fragen, wobei die Auskunft, dass jemand Musik studiert hat noch nicht erschöpfend ist. Studierte Orchestermusiker haben kein Studium mit pädagogischen Schwerpunkten absolviert - dafür spielen sie vielleicht besonders gut Violine! Und jemand, der "auf Lehramt" an einer normalen Schule studiert hat musste beim Abschluss nicht die Leistung im instrumentalen Können erbringen, wie das bei Instrumentalpädagogen oder eben Orchestermusikern der Fall ist. Was nicht heißt, dass solche Leute nicht sehr gut spielen und äußerst kreativ sein können!
Autodidakten, die nie selber ordentlichen Unterricht gehabt haben mögen für den Laien virtuose Performer sein, aber wenn Ihr Kind aus Versehen wirklich begabt ist wäre es doch nicht schlecht, wenn ihm eine richtige und solide Technik am Instrument vermittelt würde?
Ich kann nur empfehlen zu fragen, ob man mal im Unterricht zuschauen darf. Wer sich seiner Kompetenz beim Unterrichten sicher ist, wird nicht "nein" dazu sagen. Und das interessierte Kind sollte doch sehen dürfen, ob es mit dem Lehrer klarkommt, bevor man sich ein halbes Jahr bindet.
Ein wichtiger Punkt ist die Bandbreite an Unterrichtsmaterial. Manche "Lehrer" spielen ziemlich gut, verfügen über ein gut abgehangenes Repertoire oder eine großartige Bühnenpräsenz in einer Rockband, aber außer den Stücken, die sie sich im Laufe der Zeit (als sie selbst Unterricht hatten) erarbeitet haben kennen sie nicht besonders viel Literatur. Nicht alle Schüler werden aber so begabt wie sie selber sein - gerade für diese braucht man viel Futter! Dafür muss man viel Noten kaufen, in Bibliotheken stöbern, Anregungen zum Beispiel bei "Jugend musiziert" oder Kursen aufnehmen und gerne Blattspielen.
Vielleicht ein merkwürdiges Kriterium, aber: wenn der mögliche Lehrer Ihnen beim ersten Kontakt nicht nach dem Mund redet, vielleicht gar in bestimmten Punkten widerspricht kann das ein gutes Zeichen sein! Hat der Lehrer eine eigene Meinung? Wird die alte Gitarre von Onkel Axel als geeignet akzeptiert, obwohl man doch schon mal gesehen hat, dass Kinder sehr kleine Gitarren spielen? Oder fängt er an zu argumentieren, weil das vor Unterrichtsbeginn ohne seinen Rat gekaufte Instrument seinen Qualitätsansprüchen nicht entspricht? Hat er die Courage, zu sagen "Nein, mit der Gitarre geht das nicht, und das Unterrichtsmaterial suche ich bitte sehr aus, ich habe ein eigenes Konzept!"?
Bringt er jedem sofort bereitwillig das Riff von "Smoke on the water" bei, oder sagt er schon mal "das gehört nicht in den Anfangsunterricht"? Ist er völlig unflexibel gegenüber aktueller Popmusik oder darf man bei ihm in jeder möglichen Haltung spielen?
Ich selbst habe natürlich gleich zu Anfang einen richtigen Lehrerwechsel mitgemacht: nach einem Jahr sagte der Volksschullehrer, bei dem ich angefangen hatte "So, mehr kann ich dir nicht beibringen, jetzt sieh mal zu!" Vor allem in Sachen Haltung und Technik musste ich danach de facto noch mal komplett neu beginnen. Kinder machen den Neustart des Betriebssystems aber nicht so klaglos mit wie Computer... Der "neue" Lehrer, auch wenn er schon fünfmal so lange "im Amt" ist wie der Vorgänger, bekommt die Übergangs- und Ablöseprobleme noch lange zu spüren.
Nach wenigen Wochen bei einem Lehrer hört der zweite, zu dem dann gewechselt wurde noch jahrelang "Mein (alter) Lehrer hat aber immer gesagt...". Das ist manchmal ein langer Weg, bis schlechte Gewohnheiten vom nicht so guten Anfang ausgebügelt sind und aufbauendes Lernen beginnen kann.
So, Zeit für das Ende des Kapitels. Es ist ungeordnet, denn es geht nicht nur um das Abhaken von Punkten. Die Suche nach einem geeigneten Lehrer kann man intellektuell untermauern, aber es ist auch eine Entscheidung "aus dem Bauch". Fragen, beobachten, grübeln, und dann - rein ins kalte Wasser und ins Vergnügen!
Aber eins ist sicher: besser etwas mehr überlegen und nachfragen als zu wenig, denn: der erste Versuch prägt wirklich.