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"Offizielle" Konzerte der Musikschule des Landkreiseses Oldenburg...
Am Musikschulinternen Wettbewerb (MIW) Gitarre nahmen am 19.11. 2011 sechs meiner Schüler teil. Die Ergebnisse in Zahlen waren sehr erfreulich, aber da ich einen sehr unterhaltsamen und entspannten Vormittag als Jurymitglied hatte, möchte ich hier einen kurzen Bericht verfassen.
Als strenger Lehrer hatte ich allen Teilnehmern ordentlich Stücke zu spielen gegeben nach dem Motto "Wenn man die Spieldauer ausschöpft, weiß man hinterher, was man getan hat." Dabei habe ich nicht nur auf das aktuelle Unterrichtsmaterial zurückgegriffen, sondern Stücke aus anderen Epochen, die zum Teil auch schwieriger als die sonst im Unterricht behandelte Literatur waren. Diese Belastung - viel spielen, Schwieriges spielen und dabei lange konzentriert bleiben - haben alle sechs exzellent gemeistert.
Kim, Altersgruppe 2, hatte den größten Berg in dieser Hinsicht vor sich, ist aber während der ganzen 7 - 8 Minuten sehr konzentriert geblieben und hat sehr sauber und überzeugend gespielt. Die "normalen" Stücke aus dem aktuellen Unterrichtsheft sehr ordentlich und flott, aber auch die noch ungewohnten Stücke von Diabelli und besonders zwei von den Präludien von Domeniconi - immerhin bis in die 10. Lage gehend - lieferte sie sauber ab.
Für Michel (ebenfalls AG 2) war die Vorbereitung als Gruppenschüler am schwierigsten. Aber Michel ist sehr selbständig, arbeitet immer akribisch und hat die Stücke aus dem "Alltagsgeschäft", aber auch die Bransle englese und ein Andante mit Trio von Carulli, dies mit den noch ungewohnten Zerlegungen in der Anschlagshand, sehr sauber und beherrscht vorgetragen. ("Beherrscht" heißt in Michels Fall: er kann fast immer alles auch doppelt so schnell spielen - was er aber gelassen hat.) Klanglich besonders schön war der Moll-Teil des Andante von Carulli, und A little rhapsody von Joep Wanders hört man nicht oft so fehlerfrei.
Auch Patrick, AG 3, durfte "normale" und eigentlich völlig neue und schwierige Stücke spielen. Obwohl er noch nicht einmal anderthalb Jahre spielt, legt er bei den schnellen Sätzen immer ein ordentliches Tempo vor, ohne dabei klanglich nachzulassen. Besonders schön ausmusiziert war das ruhige Star of the county down. Darüber hinaus macht er fast keine rhythmischen Fehler und spielt immer sehr exakt.
Theresa hat sich trotz heftiger Erkältung den Spaß nicht entgehen lassen. In Altersgruppe 3 sind die Teilnehmer ja schon mal aufgeregt, aber Theresa hat ihre Nervosität großartig niedergerungen - glatter Punktsieg! Besonders ihre zwei "Zerlegungsstücke", aber auch zwei Folkstücke von M. Linnemann waren klanglich sehr schön und deutlich. Auch nach kleinen Haklern hat sie mit Power weitermusiziert und ihre Gitarre wirklich ausgespielt und die Konzentration über alle fünf Stücke hoch gehalten.
In Altersgruppe 5 anzutreten ist keine Selbstverständlichkeit (siehe die Ergebnisliste), vor allem wenn man noch nicht einmal zwei Jahre dabei ist. Judith hat schon deshalb den Sonderpreis in Sachen Mut verdient, und sie hat darüber hinaus wirklich schwierige Stücke von mir bekommen und alles, inklusive der für sie noch recht schräg klingenden Etudes simples von Brouwer sehr schön gespielt. Beim "Kampf ums Dranbleiben" nach einem knatschenden Ton erweist sie sich als sehr willensstark, und auch sie hat sich keineswegs klanglich "verkrochen", sondern durchweg kräftig und präsent gespielt. "Welscher Tanz" und "No-me-Olivedes" kamen mit richtig viel Schwung; besonders schön auch der Schluß (nach den noch ungewohnten Akkordblöcken) des Larghetto von Carulli.
Zum guten Schluß kam Thomas, AG 6, der mit Bachs Bourrée in E-Moll, Villa-Lobos erstem Prélude und der Candombe en mit von Pujol das mit Abstand schwierigste Programm ablieferte. Bach und Pujol gerieten ihm am besten, dabei zeigte er auch, dass er mit Ruhe und Konzentration Herr der Lage ist.
Das Publikum - natürlich aus den Angehörigen bestehend - war wie die Musiker die ganze Zeit dabei und sorgte für eine für mein Gefühl sehr angenehme Atmosphäre. Kein ständiges "Ich muß leider schon los" ist etwas sehr Angenehmes, und wenn jemand von Anfang bis Ende zuhört ist der Applaus um so glaubwürdiger.
Vor der Gitarrenwertung durfte ich noch eine sehr gute Tenorsaxophonistin und eine Klarinettistin hören (mit sehr gekonnter und einfühlsamer Begleitung durch eine Schülerin am Klavier), die beide wirklich toll spielten, das hat großen Spaß gemacht. Eine so gut gespielte Klarinette könnte man klanglich für fast so schön wie Gitarre halten (aber nur fast)!
Musikschulkonzerte Home Musiklehre Stichworte oben
Wenn es sich ergibt schreibe ich kleine Berichte über Schülervorspiele und Musikschulkonzerte, die auf der Homepage der Musikschule des Landkreiseses Oldenburg landen; mein Kollege Ichiro Asanuma steuert oft Fotos bei.
Streichermatinee Wildeshausen am 12.02. 2012
Adventskonzert Ganderkesee am 27. 11. 2011
Musikschulkonzert Hude am 14. 11. 2011
Schülervorspiel Hude am 4. 10. 2010
Schülervorspiel Sandkrug am 2. 3. 2010
Schülervorspiel in Hude am 1. 3. 2010
Schülervorspiel Sandkrug am 29. 9. 2009
Schülervorspiel Hude am 11. 9. 2009
Schülervorspiel Wildeshausen am 12. 3. 2009
Musikschulkonzert Harpstedt am 7. 9. 2008
Schülervorspiel Hude am 28. 4. 2008
Gitarre als Geschenk Home Musiklehre Stichworte oben
Soll ich, oder soll ich nicht? Ich meine, es gibt Themen, mit denen kann man sich eigentlich nur unbeliebt machen... kein schriftliches Augenzwinkern kann so geschickt blinzeln, dass sich Eltern oder Großeltern nicht entrüstet abwenden...
Gut: Der Geburtstag steht vor der Tür, oder Weihnachten, und ein künftiger Gitarrenschüler bekommt vor Aufnahme des Unterrichts ein Instrument. Das kann Probleme mit sich bringen, die die Beziehung zwischen Eltern und Lehrer des Kindes belasten: Einerseits passt oft die Gitarre nicht, meistens ist sie zu groß. Was bei Sportgeräten geflissentlich vermieden wird, wird bei Gitarren bagatellisiert: "Da wächst er schon 'rein!" ist der natürlich nicht falsche Kommentar, aber - in welchem Zeitraum? Schüler im Gruppenunterricht sind schnell mal zwei, drei Jahre stark benachteiligt, weil das Instrument viel zu optimistisch gekauft wurde. Und bei Mädchen, die nicht besonders groß werden und Omas wirklich kleine Hände geerbt haben kann das Hineinwachsen auch schlicht ausfallen.
An anderer Stelle empfehle ich, dass man genau überlegen sollte, ob man nicht eine normal große Gitarre mit etwas kleinerer Mensur wählt, da ausgewachsene Mädchen von 1,80m Länge oft doch deutlich kleinere Hände haben als Jungen.
Die andere Sache ist die Verlockung des Sonderangebots und der Mangel an Sachverstand. Zugestanden: es dauert vielleicht, bis sich herausstellt, dass der kleine Anfänger auffällig ist - auffällig im positiven Sinne. Beim dritten Klassenvorspiel wird plötzlich dem Unaufmerksamsten klar: die kleene Blonde aus der zweiten Gruppe spielt nicht nur deutlich besser als ihre Kollegen, nee, die spielt flotter, sicherer, rhythmischer als Kinder, die schon viel länger Unterricht haben... aber die Gitarre klingt irgendwie nicht so. Gibt es da echt solche Unterschiede?
O ja, es gibt sie. Und die Chance, auf einem guten Instrument zu lernen ist von großer Wichtigkeit. Begabte Kinder werden nicht einfach motiviert von einer guten Gitarre, sie spüren, ob sich ihre Begabung, die Qualität des Unterrichts und auch des Instrumentes ungefähr auf Augenhöhe befinden.
Um es noch mal deutlich zu sagen: so tief wie die Qualität einiger "Gitarren", die Supermärkte zur Weihnachtszeit anbieten kann keine Augenhöhe sein. Auch nicht und gerade nicht zum Anfangen sind diese Dinger geeignet, sie taugen nur dazu, dass jemand damit Geld verdient - "Money makes the world go round" ist immer noch zentrale Motivation. Natürlich will der Inhaber einer Manufaktur, die relativ teure Instrumente herstellt auch Geld verdienen, aber er macht den Umweg über Qualität: die Gitarren müssen so gut sein, dass sie einen echten Ruf erwerben und weiter empfohlen werden.
Während Sie dies lesen und innerlich zweifeln sind Sie ja im Internet - geben Sie den Namen des Supermarktes und "Gitarre" in die Internetsuche ein und lesen Sie ein paar Forumsbeiträge! Der hier schreibende Gitarrenlehrer ist nicht der einzige mit dieser Meinung.
Apropos Gitarrenlehrer: bedenken Sie, in welche Bredouille Sie ihn mit dem Kauf einer nicht passenden oder ungeeigneten Gitarre bringen! Unsereins wird immer total verlegen, wenn wir uns zu diesem Thema äußern müssen, aber - sollen wir lieber nichts sagen? Lieber keine Meinung äußern und damit kein Profil zeigen? Letztendlich können wir Eltern keine Vorschriften machen, aber hoffentlich hat der Instrumentallehrer Ihres Kindes auf seinem ureigensten Fachgebiet eine eigene Meinung und weiß, dass große Discounter oder Baumärkte nicht unbedingt Instrumentenbauer sind.
Alle Jahre wieder Home Musiklehre Stichworte oben
Die Tage sind grau, das Wetter schmuddelt vor sich hin - was liegt da näher, als einen fröhlich - satirischen Artikel über adventliche Musikstücke zu schreiben...
Die Weihnachtszeit ist toll für uns Instrumentallehrer, weil alle Kinder, auch die nicht so musikalischen, Weihnachtslieder kennen und einigermaßen richtig wiedergeben können. Es gibt ja tatsächlich Kinder, die glaubhaft angeben, Lieder wie "Kuckuck ruft's aus dem Wald" nicht zu kennen - die gängigen Weihnachtslieder kennen alle. Daraus folgt für viele Menschen: Weihnachtslieder sind Kinderlieder! Was natürlich falsch ist. Und ein Problem!
Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit stehen gerade bei den Anfängergruppen, die erst seit dem Sommer oder gar den Herbstferien Unterricht haben, Eltern oder Lehrer mit der Frage in der Tür "Können die Kinder denn wohl schon zu Weihnachten...?"
Ja. Die liebe und eifrige Gitarrengruppe kann die Noten g, a, h, und seit letzter Woche das c. Und die leere d-Saite. Das bedeutet: ich muss mit "nein" antworten. Weihnachtslieder mit dem Umfang einer Quarte? Außerdem ist das Hauptproblem momentan, dass die meisten in der Gruppe noch das neugelernte c wie das bekannte a mit dem 2. Finger greifen (also cis spielen), oder das a wie den neuen Ton mit dem 1. Finger (das gibt ein as). Alles geht wild durcheinander, der Lehrer kämpft um die richtige Zuordnung der Noten zu Bünden, Saiten und Fingern, und das nächste Anliegen soll "Es ist ein Ros entsprungen" sein...
Teilen wir Weihnachtslieder mal salopp in vier Gruppen ein: a) die einfachen, volkstümlichen Lieder b) die eher der Gottesdienst- ordnung zugehörigen c) kompliziertere Volkslieder d) die Advents-Popsongs.
Die Gruppe a) enthält noch am ehesten die Stücke der Wahl: Der Tonumfang ist gering, die Harmoniewechsel finden nicht zu häufig und nicht zu heftig statt. Außerdem kennzeichnet diese Gruppe eine sehr folkloristische Sprache, die Kinder und Jugendliche leicht befremdet: "Treibt z´sammen, treibt z´sammen die Schäflein fürbaß!" (Was soll das bedeuten, 2. Strophe); "Ei, eia-popei, liebs Kindlein, schlaf ein!" (O laufet, ihr Hirten).
Tatsächlich ist z.B. "Was soll das bedeuten" ein Fünftonlied, wie "Kuckuck", "Summ, summ summ" oder "A, a, a, der Winter, der ist da". Der Nachteil ist, dass kaum jemand dieses Lied kennt, und dass es trotzdem viel komplizierter ist als die einfachen Kinderlieder. Es enthält viele im Takt unterschiedlich verteilte Achtelgruppen, wechselt von auftaktig zu volltaktig, hat einfallsreich modifizierte Sequenzen, kurz: es ist ein gut komponiertes Lied, das definitv über dem Level von "Hänschen klein" liegt.
Bild oben: Summ, summ summ ist ein wirklich einfaches Kinderlied. Fünf Töne Umfang, der A-Teil (Takte 1 - 4) wird am Ende wiederholt (Takt 9 - 12), der B-Teil besteht in sich auch aus einer Wiederholung zweier Takte, wobei der zweite Takt eine Sequenzierung (Eine Tonfolge wird von einer anderen Tonleiterstufe aus gespielt, also keine einfache Wiederholung) des ersten ist, außerdem ist das Motiv aus Takt 3 entnommen.
Bild unten: "Was soll das bedeuten", ebenfalls ein Fünftonlied. Der A-Teil entsteht durch zweimalige Sequenzierung eines auftaktigen Motives, abgerundet durch ein fallendes Schlussmotiv. Nach dem wiederholten A-Teil steht eine Viertelpause, dadurch beginnt der B-Teil volltaktig. Ein zweitaktiges Motiv wird wiederum sequenziert, die Tonfolge in der letzten Achtelgruppe aber abgeändert und die Schlussnote um eine Viertel gekürzt. Also beginnt Teil C wieder auftaktig, das Motiv C beginnt wie eine Umkehrung des Motivs A (was dort nach oben ging, bewegt sich hier nach unten), wird zweimal abwärts sequenziert, wobei bei C'' nach dem Taktstrich nicht eine Terz aus zwei Viertelnoten steht, sondern die Terz mit Achteln "aufgefüllt" wird. Man beachte auch, dass die Achtelgruppen im A-Teil auf der dritten Zählzeit, im B-Teil auf 2 und 3, und im C-Teil wieder auf dem dritten und einmal dem ersten Schlag stehen. Hübsch gemacht, viel Abwechslung, für ein Fünftonlied sehr innovativ!
Das liest sich sehr viel komplizierter als die Kurzanalyse von "Summ, summ, summ", und das bedeutet auch, dass das Lied komplizierter ist. Und das heißt wiederum in der Praxis, dass die Gitarrenschüler neben den richtigen Tönen erheblich mehr Aufmerksamkeit für Takt, Rhythmus, Intervallsprünge, Textzuordnung und überhaupt alles brauchen. Wer's kennt, kann es immerhin schon mal singen...
In der Gruppe b) finden sich Choräle, die kaum jemand kennt. Wenn im Gottesdienst an Heiligabend bei einem Lied plötzlich trotz bis auf den letzten Platz gefüllter Kirche außer dem Pastor und wenigen (älteren) sehr Kundigen praktisch niemand singt, fällt das schon auf. Das düster mollige "Es kommt ein Schiff geladen" mag hier als Beispiel gelten, obwohl es ein eher bekanntes Lied ist.
Als "kompliziertere Volkslieder" bezeichne ich Lieder, die viele Harmoniewechsel und gar Modulationen enthalten. Auch das bekannte "Oh du fröhliche" rechne ich zu dieser Gruppe.
Die Gitarrenakkorde stellen nur eine krude Analyse des Satzes dar. Es handelt sich übrigens nicht um eine Angeber - Version von mir, mit der ich etwas beweisen will, sondern schlicht um das, was der Organist aus dem evangelischen Orgelbuch spielt. Das Lied ist so! Wobei der Tonumfang ja nur eine Oktave ist, nur 6 Akkorde benutzt werden (die Quartsextvorhalte, Akkorde mit Sexte und Septime mal nicht mitgezählt), die allerdings häufig bei jedem Melodieton wechseln, und nur eine Modulation zum Ende der ersten Zeile mit Rückmodulation in die Ausgangstonart stattfindet (die der Sänger der ersten Stimme nicht bemerkt - das gis liegt im Tenor). Wild ist das nicht, nur - nach einem halben oder einem Vierteljahr Unterricht...?
"Ihr Kinderlein kommet" ist einfacher. Harmoniewechsel finden viel seltener statt, fünf Akkorde wären hübsch, es geht aber auch mit dreien, der Tonumfang ist allerdings der gleiche.
Aber "Alle Jahre wieder ist doch leicht"?! - Mmh-mmh: Nur 4 Akkorde, dafür häufig Wechsel bei jeder Note, und man sollte auch hier wissen, was Achtelnoten und punktierte Viertel sind. Klar, man kann das "intuitiv" machen mit musikalischen Kindern, aber ein bisschen Systematik im Unterricht ist doch nicht schlecht, oder? Ach, wieder 8 Töne Umfang, was das Durchnehmen zu späterem Zeitpunkt sinnvoll erscheinen läßt.
Jetzt hab ich's: "Wir sagen Euch an den lieben Advent"! Man kommt mit 2 Akkorden aus (das evangelische Orgelbuch benutzt eher vier), und die Melodie ist einfach und umfasst nur eine Quinte?! Nö. Der Leitton von unten ist mit dabei. Das bedeutet: wenn ich es in G setze, müssen die Kinder "mal eben" das fis auf der d-Saite (und Blockflötenkinder schlagartig die untere Hand mit benutzen) lernen, oder ich setze das Lied in C-Dur und erkläre im Vorbeigehen das d, e, f und g auf h-Saite und e-Saite.
Ein Blick auf die "Popsongs" der Adventszeit bringt uns auch nicht weiter. Was die Herren Zuckowski, Jöcker und Vahle so komponieren ist immer sehr eingängig und rockt, hat aber oft einen ordentlichen Tonumfang. Bei "In der Weihnachtsbäckerei" immerhin eine Oktave. Rhythmische Finessen, Achtel punktiert & Sechzehntel, viele Akkorde zum Begleiten... Jingle Bells, der Klassiker, umfasst auch neun Töne und 6 - 7 Akkorde (was eigentlich immer bedeutet, dass der Begleiter Barrégriffe können muss) - es ist einfach keine Rettung aus dem Dilemma in Sicht!
Außer einer: nächstes Jahr!
Und an alle Eltern und Lehrer: singen Sie mit ihren Kindern! Eine große Menge an Liedern zu kennen hat noch niemanden dümmer gemacht!
Wenn Singen bei Ihnen zu Hause keine Tradition hat - fangen Sie mit Liedern aus der Schule an, singen Sie Kanons auf Autofahrten, und... Weihnachtslieder. Dann gehört Ihr Kind im nächsten Jahr zu denen, die "O Tannenbaum" trotz Melodiesprüngen, Punktierungen und langen Tönen dazwischen (ziemlich spritziges Lied eigentlich) spielen können, weil sie es im Ohr haben! Und irgendwann hoffentlich zu einer Gruppe, die einen Senioren-Adventsnachmittag, ein Weihnachtsliedersingen im Kindergarten oder gar einen Gottesdienst an Heiligabend mitgestalten darf - das macht immer großen Spaß!
Zeit zu üben Home Musiklehre Stichworte oben
Klavier üben? Während der Woche eingeplant von ca. 23 bis 24 Uhr. Haha. Schlechter Witz, ich weiß. Da schlafe ich schon. Nix mit üben. Und selbst wenn ich’s wollte, würden sich sowohl die restlichen Familienmitglieder beschweren, mein Gehirn, weil es nicht mehr aufnahmefähig ist, als auch der Lehrer der ersten beiden Stunden am nächsten Morgen. Wegen Schlafen im Unterricht.
Was ich hier versuche, ironisch lustig zu beschreiben ist leider Realität im Alltag von Schülern, die noch versuchen, sich neben der Schulbelastung musikalisch zu betätigen.
Der positive Einfluss von Musik ist in aller Munde, Schulen brüsten sich gerne mit Musikzweigen und dergleichen. Das ist ja auch alles wunderbar. Nur leider haben gewisse Politiker beim Ausarbeiten ihres genialen Ganztagsschulplans ein bisschen Mist gebaut. Also entweder haben sie sich in einem Erdloch verkrochen, um bloß nicht zu riskieren, mal die tatsächlich Betroffenen – die Schüler – fragen zu müssen, oder sie haben einfach schon vergessen, wie das Leben als Schüler ist. Neben der wie zufällig übergangenen Zeit für Hausaufgaben nachmittags, fehlt außerdem langsam aber sicher die Freizeit, je näher man dem Abitur kommt. Jeden Morgen um 6 Uhr aufstehen und dann Montags um 16.30, Dienstags um 16.30, Mittwochs um 18.30, Donnerstags um 16.30 und Freitags sogar schon um 15 Uhr zu Hause sein. Nicht, dass dann schon irgendwas gemacht wäre – hängen wir
von Corinna Meyer, 12. Jahrgang (Juni 2008)
noch ca. 3 Stunden Hausaufgaben dran (ohne besondere Schwierigkeiten in einem Fach zu haben, ohne Referate oder Klausuren vorzubereiten), zwischendurch wäre Essen dann noch ganz praktisch und wenn ich dann ohne einmal durchgeatmet zu haben um 22 Uhr ins Bett gehe (damit ich nicht schlafe am nächsten Morgen), guckt mich das Klavier ganz traurig an. Tja, wenn’s aufs Abi zugeht, muss man auch gegen seinen Willen irgendwann Prioritäten setzen.
Allerdings muss sich der gesunde Menschenverstand, den die Politiker anscheinen in ihren Gehältern ertränkt haben, doch mal wieder melden. Schließlich sind wir keine Arbeitsmaschinen, auch wenn’s von uns erwartet wird, in dieser Gesellschaft. Es ist wichtiger, einen guten Abischnitt zu schaffen, als bei Wettbewerben wie Jugend Musiziert teilzunehmen, oder seine Musikkollegen beim MIW zu bewerten. Aber andererseits pochen alle späteren Arbeitgeber bei Einstellungen auf die „Soft-Skills“ wie eine Gruppe leiten können, teamfähig sein, sich in jemanden hineinversetzen zu können. All das lernt man beim gemeinsamen Musizieren, wofür man unter der Woche auch mal Zeit zum Üben haben sollte!
Fazit: Man sollte die Politiker mal dazu verdonnern, eine Woche lang den Alltag eines Schülers mitzumachen, damit die mal wieder aus ihrem Erdloch gezwungen werden. Und die Übezeit? Vorverlegt auf 19-20 Uhr. Dann bin ich eben morgens müder.